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Heilig Land Reise - März 2010

Reisebericht von Daniel Ucklar

Reisebericht von der Franziskanischen Wallfahrt in das Heilige Land vom 15. bis zum 25. März 2010

In der Zeit vom 15. bis zum 25. März 2010 reisten 28 Pilgerinnen und Pilger zu einer von Adelbert Imboden und Br. Gottfried Egger (OFM) geleiteten und vom Franziska­ner-Kommissariat des Heiligen Landes organisierten Solidaritätsreise nach Israel in die Heimat Jesu.

Die aufgeweckte Gruppe, der insgesamt sechs Priester angehörten, wohnte drei Tage in Bethlehem, zwei Tage in Jerusalem und danach bis zur Heimreise in Nazareth.

Reise und Aufenthalt in Bethlehem

Die Anreise gestaltete sich nicht ganz unkompliziert. Infolge eines technischen Prob­lems am Flugzeug, das uns nach Tel Aviv hätte bringen sollen, verzögerte sich der Abflug um einige Stunden, weshalb wir erst gegen Mitternacht das Pilgerhaus in Bethlehem erreichten. Ein kräftiges Nachtessen Hess uns zu später Stunde die Strapa­zen der Reise aber bald wieder vergessen.

Geburtskirche Jesu / Milchgrotte / Hirtenfelder

Am Dienstag, 16. März besuchten wir die Geburtskirche Jesu, die Geburtsgrotte und die Nebengrotten. Die Kirche gehört zu den wenigen Beispielen einer vollkommen erhaltenen Gebäudes aus frühchristlicher Zeit. Der Besuch der von Kaiser Justinian (527 - 565) errichteten Kirche stellt für den Pilger ein unvergleichliches spirituelles Ereignis dar, zumal er sich nur in gebückter Haltung in dieses spezielle Gotteshaus begeben kann. In der nahe gelegenen Milchgrotte, wo der frommen Legende nach die Gottesmutter Maria etwas von ihrer Muttermilch verloren hat und das Gebäude dadurch schneeweiss wurde, hielten wir inne und bestaunten die architektonische Schönheit. Am Nachmittag feierten wir eine Heilige Messe in einer Grotte der Hirtenfelder.

Babyhospital / Karmel

Der Besuch des Babyhospitals am Mittwoch, 17. März in Bethlehem, wofür die Schweizer Katholiken jährlich an Weihnachten spenden, erfüllte uns Pilger mit einer Mischung aus Trauer, Neugier und Spannung. Wir erfuhren anlässlich einer Führung viel über das von P. Ernest Schnydrig (1912 -1978) gegründete Spital, welches Kin­dern aus der ganzen Region und Religionen in der Not Behandlung anbietet. Oft werden mangelernährungsbedingte Krankheiten bei Klein- und Kleinstkinder behan­delt. Von grosser Bedeutung ist die Neugeborenenabteilung. Die Ärzte und das Pfle­gepersonal können so manchem vom Tod bedrohten Kind langfristige Hilfe anbieten. Am Nachmittag gingen wir zum Karmel von Bethlehem, wo wir in einer Tonbildschau alles Wissenswerte über die Sei. Mirjam von Abellin (Maria von Jesus dem Gekreuzig­ten) (1846 -1878). Diese aussergewöhnliche Ordensfrau, welche schon in jungen Jah­ren Visionen hatte und ein beschwerliches Leben hatte, wollte sich nur als geweihte Jungfrau an Christus binden. Am Abend begegneten wir dem Pfarrer der römisch-katholischen Pfarrei von Bethle­hem, P. Samuel Habib OFM. Er berichtete uns über die äusserst schwierigen Verhält­nisse in seiner Pfarrei. Er bat uns alle das hl. Land finanziell und moralisch zu unter­stützen und für die Heimat Jesu zu beten.

Jerusalem

Am Donnerstag, 18. März feierten wir eine Messe in Ain Karem am Stadtrand von Je­rusalem, wo nach alter Tradition Maria Elisabeth besucht hat. Nach der Besichtigung dieses Heiligtums gingen wir zum Magnifikat Heiligtum auf der anderen Seite der Stadt. Später am Tag stand eine Fahrt auf den Ölberg, der Besuch der Himmelfahrts­kapelle und des Vater-unser-Heiligtums auf dem Programm. Auf dem Ölberg besuch­ten wir auch die kleine Kirche "Dominus flevif, welche dem Orden der Franziskaner gehört und im Jahre 1955 nach den Plänen von Antonio Barluzzi auf den Fundamen­ten einer byzantinischen Kirche aus dem 6. Jahrhundert erbaut wurde. Unüblicherweise ist diese Kirche nicht nach Osten, sondern nach Westen zur Grabeskirche hin ausgerichtet. Der Garten Gethsemane beeindruckte alle Pilger zutiefst. Es ist der Ort, wo Jesus Christus in der Nacht vor seiner Kreuzigung betete, bevor er von Judas Ischarioth verraten und von den Abgesandten des Hohenpriesters verhaftet wurde. Vor dem Bezug unseres Hotels in Jerusalem besichtigten wir das Mariengrab im Kidrontal. Die Krypta wurde anlässlich der Eroberung Jerusalems durch Saladin nicht zerstört, da Maria auch im Islam verehrt wird.

Am Freitag, 19. März, marschierten fast alle Pilger in der Frühe um ca. 4.30h zur Via Dolorosa, wo wir in der morgendlichen Stille dem Leidensweg Jesu nachgingen. Am Vormittag. Nach dem Frühstück führte uns Br. Gottfried in die Geheimnisse der Gra­beskirche ein, da eine erklärte Führung bei einem solchen Pilgeransturm in der Gra­beskirche unmöglich ist. Anschliessend besuchten wir den heiligsten aller christlichen Orte, die Grabes- oder Auferstehungskirche. Um 10.30h feierten wir dann in der Ecce-Homo-Kirche zu Ehren des hl. Josefs Gottesdienst. Dieses Heiligtum wird von den Zionsschwestern betreut.

Am Nachmittag machten wir Halt beim Abendmahlssaal, der ausser bei den Papstbe­suchen in den Jahren 2000 und 2006 nicht mehr zur Lesung der Heiligen Messe ver­wendet wird. Streng rechtlich gehört das Haus noch immer dem Orden der Franzis­kaner, die im späten Mittelalter unrechtmässig dieses Heiligtums beraubt wurden. Das Heiligtum "Dormitio Mariae" (Dormitio-Kirche) auf dem Zionsberg, südlich der ummauerten Stadt Jerusalem, wo die heilige Gottesmutter nach frommer Tradition entschlafen sein soll (nach anderen Quellen ist Maria allerdings in Ephesus verschie­den) wurde im Jahre 1898 von Kaiser Wilhelm II. erworben. Er übergab es dem Deut­schen Verein vom Heiligen Lande zur Nutzung für die deutschen Katholiken. Heute leben dort deutsche Benediktiner. Ein Besuch bei der Klagemauer, eines der grossen Heiligtümer des Judentums, be­rührt uns Pilger tief. Sie ist Symbol für den ewigen und unauflöslichen Bund Gottes mit seinem auserwählten Volk.

Jericho

Jericho am Westufer des Jordan ist mit seiner Lage von 250 Meter unter dem Meeres­spiegel die tiefstgelegene Stadt der Welt. Sie ist auch eine der ältesten ununterbro­chen bewohnten Städte, wenn nicht die älteste Stadt der Welt überhaupt. Wir durften dort am Samstag, 20. März in der Franziskanerkirche eine Heilige Messe feiern und sodann den Versuchungsberg besuchen, den wir zu Fuss bestiegen. Über das Jordan­tal ging es weiter in Richtung Nazareth, wo wir am Abend unsere Unterkunft bezo­gen.

Nazareth

Die besondere Bedeutung dieser Stadt (zusammen mit der Schwesterstadt Nazrat-Illit ca. 120'000 Einwohner) liegt für die Christen darin, dass sie als Ort der Verkündigung des Herrn sowie als Heimatort und Vaterstadt Jesu gilt und daher ein besonders ge­heiligter Ort ist. Nazareth wird vorwiegend von Moslems und Christen bewohnt, Naz­rat-Illit von Juden. Wir feierten am Samstagabend eine ergreifende Lichterprozession mit den Franziskanern und Pilgern aus verschiedenen Ländern. Besonders berührend war das Rosenkranzgebet, das die Pilger in ihren Muttersprachen beteten. Am Sonntag, 21. März legten wir einen Ruhetag ein. Im Rahmen eines freiwillig ange­botenen Programms besuchten wir die "Kleinen Brüder" an dem Ort, wo der sei. Charles de Foucauld (1858 -1916) gelebt hat. Danach besuchten wir die Klarissen und genossen den schönen Garten. Am Nachmittag besichtigten wir die Verkündigungs­- und die Josefskirche. In der letzteren feierten wir den Sonntagsgottesdienst. Beson­ders gnadenreich empfanden wir den Umstand, dass wir in Nazareth im Casa Nova untergebracht waren, direkt gegenüber der Verkündigungskirche. Nach vielen Wirren wurde die römisch-katholische Kirchenpräsenz in Nazareth erst 1620 wiedererrichtet als der drusische Emir den Franziskanern gestattete, die Ruinen der Kreuzfahrerka­thedrale und der Grotte zu erwerben. Die Franziskaner erhielten 1730 vom osmanischen Sultan einen Erlass, wonach sie auf dieser Stätte eine Kirche errichten dürfen.

Die heutige Basilika wurde vom Architekten Giovanni Muzzio entworfen und ist nun der grösste Sakralbau im Nahen Osten. Am Montag, 22. März erfreuten wir uns an einer Schifffahrt auf dem See Genezareth, dem Ort, wo Jesus auf dem Wasser ging. Traditionell gehört dazu der Verzehr eines sogenannten Petrusfisches, der gekonnt zerlegt werden musste. Später besuchten wir kurz den Berg Tabor, wo gemäss Überlieferung Jesus seinen Jüngern in seiner göttli­chen Gestalt begegnete (Verklärung). Obwohl das Tagesprogramm etwas gedrängt war, kehrten die Pilger zwar müde, aber mit gestärkten Gnadengaben am Abend in die Pension zurück.

Am Dienstag, 23. März fuhren wir auf den Karmelberg und feierten im dortigen Hei­ligtum die Heilige Messe. Am Mittag durften wir das "Haus der Gnade" in Haifa besu­chen, das von dem charismatischen Ehepaar Kamil und Agnes Shehade-Bieger ge­gründet wurde. Der leider viel zu früh verstorbene Kamil Shehade (1954 - 2000) setzte sich als Christ in uneigennütziger und aufopfernder Weise für die schwachen Mitglie­der der israelischpalästinensischen Gesellschaft ein und gab so mit seiner Gattin ein über die Landesgrenze hinweg bekanntes Zeichen für die Benachteiligten. Mit Freude arbeiten auch alle fünf Kinder im Werk auf die eine oder andere Weise mit. Wir wur­den mit lokalen Köstlichkeiten und Hausmannskost verwöhnt. Frau Shehade berichte­te uns danach über Leben, Geschichte und Werk des Hauses. Am späteren Nachmittag trafen wir in der Kreuzritterstadt Akko ein. Der Hi. Franz von Assisi gelangt über diese Stadt 1219 zum ersten Mal ins Heilige Land. Das heutige Franziskanerkloster ist Zeuge seiner Präsenz in dieser Stadt.

Am Mittwoch, 24. März besuchten wir gleichsam zum Abschluss unserer Pilgerreise das Heiligtum in Kanaa, dem Schauplatz der Hochzeit zu Kanaa, wo Jesus nach der biblischen Darstellung sein erstes Wunder wirkte, indem er grosse Mengen Wasser in Wein verwandelte. Die an der Pilgerreise teilnehmenden Eheleute durften in der Hei­ligen Messe ihr Eheversprechen erneuern.

Am Abend hatten die Pilger die Gelegenheit, von 20.00h - 22.00h in der Verkündi­gungsgrotte an der schön gestalteten Vigilfeier teilnehmen.

Die heutige Basilika wurde vom Architekten Giovanni Muzzio entworfen und ist nun der grösste Sakralbau im Nahen Osten. Am Montag, 22. März erfreuten wir uns an einer Schifffahrt auf dem See Genezareth, dem Ort, wo Jesus auf dem Wasser ging. Traditionell gehört dazu der Verzehr eines sogenannten Petrusfisches, der gekonnt zerlegt werden musste. Später besuchten wir kurz den Berg Tabor, wo gemäss Überlieferung Jesus seinen Jüngern in seiner göttli­chen Gestalt begegnete (Verklärung). Obwohl das Tagesprogramm etwas gedrängt war, kehrten die Pilger zwar müde, aber mit gestärkten Gnadengaben am Abend in die Pension zurück.

Am Dienstag, 23. März fuhren wir auf den Karmelberg und feierten im dortigen Hei­ligtum die Heilige Messe. Am Mittag durften wir das "Haus der Gnade" in Haifa besu­chen, das von dem charismatischen Ehepaar Kamil und Agnes Shehade-Bieger ge­gründet wurde. Der leider viel zu früh verstorbene Kamil Shehade (1954 - 2000) setzte sich als Christ in uneigennütziger und aufopfernder Weise für die schwachen Mitglie­der der israelischpalästinensischen Gesellschaft ein und gab so mit seiner Gattin ein über die Landesgrenze hinweg bekanntes Zeichen für die Benachteiligten. Mit Freude arbeiten auch alle fünf Kinder im Werk auf die eine oder andere Weise mit. Wir wur­den mit lokalen Köstlichkeiten und Hausmannskost verwöhnt. Frau Shehade berichte­te uns danach über Leben, Geschichte und Werk des Hauses. Am späteren Nachmittag trafen wir in der Kreuzritterstadt Akko ein. Der Hi. Franz von Assisi gelangt über diese Stadt 1219 zum ersten Mal ins Heilige Land. Das heutige Franziskanerkloster ist Zeuge seiner Präsenz in dieser Stadt.

Am Mittwoch, 24. März besuchten wir gleichsam zum Abschluss unserer Pilgerreise das Heiligtum in Kanaa, dem Schauplatz der Hochzeit zu Kanaa, wo Jesus nach der biblischen Darstellung sein erstes Wunder wirkte, indem er grosse Mengen Wasser in Wein verwandelte. Die an der Pilgerreise teilnehmenden Eheleute durften in der Hei­ligen Messe ihr Eheversprechen erneuern. Am Abend hatten die Pilger die Gelegenheit, von 20.00h - 22.00h in der Verkündi­gungsgrotte an der schön gestalteten Vigilfeier teilnehmen.

Am Donnerstag, 25. März, dem Tag des Hochfestes "Verkündigung des Herrn", neigte sich unsere Pilgerreise sodann dem Ende zu. Nach einer nochmaligen ergreifenden Heiligen Messe in der Petruskirche in Tel Aviv durften wir eine von Ungemach freie ruhige Heimreise antreten. Pünktlich landete unser Flugzeug in Zürich und die Pilger strömten in alle Richtungen wieder nach Hause.

Dank

An dieser Stelle dankt der Verfasser ganz herzlich allen Pilgerinnen und Pilgern für das gute Gelingen unserer Reise, namentlich:

Br. Gottfried Egger OFM für die umsichtige und kompetente geistliche und histori­sche Führung durch das Heilige Land; Adelbert Imboden für die ruhige und sachkundige organisatorische Leitung vor und während der Reise;

den Priestern Stefan Staubli, Br. Michael Josuran OFM, Gregor Niggli, Patrick Lier, Matthias Horat, die zusammen mit Br. Gottfried Egger OFM jeweils den Heili­gen Messen vorgestanden sind und uns durch ihre berührenden Predigten das Heili­ge Land mit aufbauenden Worten noch näher brachten;

unserem Chauffeur Samir, der uns gekonnt und geschickt unfallfrei und pünktlich mit dem Bus durch das Heilige Land geleitete;

allen Mitarbeitern und Köchen in unseren Hotels, die viel dazu beigetragen haben, dass wir uns rundum wohl fühlten.

Daniel Bucklar, 5. April 2010