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La Salette

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Es ist der 19. September 1846. Auf einer einsamen Alp über La Salette, in den südfranzösischen Alpen, 1800 m. ü. M., hüten zwei Kinder, der 11-jährige Maximin Giraud und die 15-jährige Melanie Calvat, ihre Kuhherden. Plötzlich erblicken sie in einer leuchtenden Kugel eine frauliche Gestalt, die auf einem Steinblock sitzt, das Gesicht in den Händen vergraben hält – und weint. Lange stehen die Kinder erschrocken da. Nun erhebt sich die Gestalt und lädt sie zu sich:

Kommt näher, Kinder, habt keine Angst! Ich bin hier, um euch eine grosse Botschaft mitzuteilen.

Jetzt verlieren die Kinder jede Scheu. Sie treten ganz nahe heran. Wer ist sie? Die Kinder wissen es nicht. Sie sprechen später immer von der "Belle Dame", der schönen Frau. Sie beginnt zu sprechen:

Wenn mein Volk sich nicht unterwerfen will, bin ich gezwungen, den Arm meines Sohnes fallen zu lassen. Er lastet so schwer, dass ich ihn nicht länger stützen kann. So lange schon leide ich um euch! Wenn ich will, dass mein Sohn euch nicht verlässt, muss ich ihn unablässig für euch bitten. Aber ihr macht euch nichts daraus. So viel ihr auch betet und tut: nie werdet ihr die Mühe vergelten können, die ich für euch auf mich genommen habe.

Der zuständige Bischof von Grenoble, Philibert de Bruillard, veranlasste eine "genaue und strenge Prüfung des Ereignisses, der Zeugen, der Botschat und sprach zum fünften Jahrestag, dem 19. September 1851, in einem Hirtenschreiben die offizielle Anerkennung aus. Die kirchliche Anerkennung der Erscheinung löste in Frankreich eine Welle der Begeisterung aus. Zu Tausenden kamen sie aus allen Gegenden, stiegen auf mühsamen Pfaden den Berg hinauf, suchten bei der "Weinenden Mutter" Trost und Hilfe.
Die Erscheinung unserer Mutter auf dem Berg von La Salette ist keine neue Lehre, sondern eine neue Gnade.