Wallfahrts-Tagebuch
Freitag 30.07.2010
Schon lange habe ich auf diesen Moment gewartet. Ich sehnte mich richtig danach -Und jetzt ist er endlich da! Es ist schon eine halbe Ewigkeit her, seit ich das letzte Mal so glücklich morgens um 04.30 Uhr aufgestanden bin. Es ist soweit! Die langersehnte Reise nach Medugorje steht unmittelbar bevor. Ein wahrhaftig schöner Moment für mich und natürlich auch für die zahlreichen anderen Pilger.
Als dann endlich das letzte Gepäckstück verstaut war und auch der letzte „Morgenmuffel“ seinen Platz eingenommen hatte, konnte es endlich losgehen.
Ein letztes Adieu, ein letzter wehmütiger Blick zurück, ein letztes Winken und die Daheimgebliebenen verschwanden aus unseren Blickwinkeln. In Brig wurde unsere Pilgergruppe mit den letzten Mitgliedern komplettiert, und wir machten uns mit 2 vollbesetzten Bussen der Zerzuben Touristik AG auf den langen Weg nach Medugorje.
Kaum hatten wir die Italienische Grenze passiert, mussten wir unseren ersten „Boxenstopp“ einlegen. Schnell machte das Gerücht die Runde, der WC-Tank sei am überlaufen...;-) Wie sich aber später herausstellte war das natürlich nur dummes Geschwätz.
Was auf einer Pilgerfahrt natürlich auf keinen Fall fehlen darf ist der Reisesegen.
Dieser spendete in unserem Bus Pfarrer Rainer Pfammatter. Stellvertretend für Pfarrer Pfammatter übernahm dies im anderen Bus unser Reiseleiter Adelbert Imboden. Nach dem Toilettenhalt auf Italienischem Staatsgebiet übernahmen die Gitarrenspieler das Mikrophon. In einem Bus war dies Nadine und im anderen Gerhard. Beide stimmten sofort zu Lobpreis und Gesang an. Diese Gesänge wurden von Zeit zu Zeit von einer Zeile Rosenkranz unterbrochen.
Einige Jugendliche im hinteren Teil des Busses waren aber schon gekennzeichnet von der frühen Tagwacht und schlummerten friedlich vor sich hin, während im vorderen Teil des Busses fromm der Rosenkranz gebetet wurde.
Um 18.00Uhr kamen wir alle gesund und wohlbehalten in Lipica an. Pfarrer Rainer Pfammatter hielt uns zuerst in der Grotte eine wunderschöne Heilige Messe. Anschließend stand der Zimmerbezug auf dem Programm. Nach dem wir die Zimmer bezogen hatten wartete das Abendessen auf uns.
Nach dem Abendessen verschwanden die meisten Leute direkt in ihre Zimmer um sich von den Strapazen der 12-stündigen Busfahrt zu erholen. Nur ein paar „Nachtschwärmer“ blieben noch auf und unterhielten sich in der Hotellobby.
Nadine sagte sofort YES als man sie fragte, ob sie am nächsten Morgen um 05.00Uhr ein Morgenlob machen könnte. Und so gingen wir voller Vorfreude ins Bett.
Samstag 31.07.2010
Wie oben erwähnt standen einige treue Sänger um 05.00Uhr schon im Treppenhaus bereit um mit dem Morgenlob zu beginnen. Nach und nach kam auch der letzte „Morgenmuffel“, wenn auch noch etwas verschlafen, aus den Federn um Gott zu loben und zu preisen. Das Morgenlob wurde jedoch unerwartet schnell beendet als sich die ersten Hotelgäste wegen des angeblichen „Lärms“ beschwerten. Wir akzeptierten dies und ließen sie in Ruhe weiterschlafen. Um 05.30Uhr wurde das Frühstücksbuffet eröffnet, welches nur kurz andauerte, da wir um 06.00Uhr schon wieder losfuhren.
Der zweite Tag der Fahrt verging schneller, weil man nun einander immer besser kannte und die Gespräche interessanter wurden. Alle Grenzübergänge wurden zum Glück ohne weitere Probleme passiert und um 18.00Uhr kamen wir schließlich sehr glücklich und zufrieden in Medugorje an. Schnell aßen wir das Abendbrot und das lästige Gepäck verstauten wir hastig in unseren Zimmern, da um 19.00Uhr auf dem großen Platz die heilige Messe gefeiert werden sollte und das wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Nach der Messe war noch Anbetung und Heilungsgebet, welches sehr ergreifend war. Nach dem Programm waren wir dann schon ziemlich müde und wir gingen nach einem schnellen Imbiss im Tomato (dem Schweizer Stammrestaurant) zurück in unsere Pension Franka. In dieser waren wir dieses Jahr das erste Mal, und der erste Eindruck war gut, die Zimmer waren groß und das Essen schmeckte.
Sonntag 01.08.2010
An diesem Morgen stand das Besteigen des Erscheinungsberges auf dem Programm. Um 04.00Uhr starteten wir von unserer Pension in Richtung Erscheinungsberg. Dort am Einstieg trafen wir dann die anderen Schweizer, die nicht bei uns untergebracht werden konnten. Manche liefen barfuss, manche mit leichten Schuhen und andere mit den Wanderschuhen Richtung Kreuzberg. Es ist jedoch zu erwähnen, dass es für unsere Verhältnisse eher ein „Hügelchen“ als ein Berg ist. ;-)
Pfarrer Rainer hielt bei jeder Kreuzwegstation eine kurze Betrachtung, über welche man in Stille bis zur nächsten Station nachsinnen durfte. Als wir an dem Ort, an dem Maria zum ersten Mal erschienen war, angelangt waren, hielten wir eine etwas längere Stille und konnten all unsere Gebete, Sorgen und Wünsche der Königin des Friedens darlegen. Am Schluss machten wir eine Marienweihe, manche zum ersten Mal, andere erneuerten sie. Dann stiegen wir von diesem Gnadenort hinunter und beim Blauen Kreuz sangen wir noch ein Lied, bevor wir uns auf den Weg in die verschiedenen Pensionen machten. Wir waren noch ein bisschen zu früh fürs Frühstück und deshalb sangen wir einfach noch einige Lieder vor der Pension. Gerhard und Nadine, mit der Gitarre, und Michel und Christoph, mit dem Bongo, begleiteten die Lieder.
Um 08.00Uhr war dann das Frühstück angesagt.
Um 09.00Uhr war in der Kirche die Feier der Hl. Eucharistie auf Deutsch, welcher Pfarrer Edi Arnold als Hauptzelebrant und Pfarrer Rainer als Prediger vorstanden. Die Schweizer konnten auch die Lesung und die Fürbitten vortragen. Es war ein sehr spezielles Erlebnis, in der wunderschönen Kirche!!
Nach der Messe fuhren wir ans Meer und dort verbrachten wir einen superschönen Tag. Wir waren so viele, dass beide Busse fahren mussten. Danke für die Organisation an Walti, Willy und Co.
Um 16.00Uhr war das Mittagessen in der Pension Franka angesagt und um 17.00Uhr bereitete Pfarrer Rainer uns „genial“ auf die Beichte vor. Er nahm sich dafür sehr viel Zeit. Danke Pfarrer Rainer, dass Sie unsere Herzen für die Liebe des Herrn öffneten! Nach der Vorbereitung galt es nun ernst. Das Beichten war angesagt. Ich kann nur von mir erzählen, und mir erging es so; Ich wusste nicht wo ich anfangen sollte und ich hatte solche Angst in Form von Nervosität und Zweifel. Aber als ich endlich an der Reihe war ging auf einmal alles so einfach! Ich erzählte und erzählte und die Nervosität war wie weggeblassen! Und als der Priester mir die Lossprechung gab, war ich so leicht, so frei, so ohne Schuld und fühlte mich wie neugeboren.“ Nun konnte das Festival so richtig losgehen!
Um 19.00Uhr fing der offizielle Teil des Jugendtreffens an. Die ganzen Länder stellten sich selber auf ihrer Sprache vor. Für die Schweizer sprach Martin Iten.
Anschließend war dann die Feier der Hl. Eucharistie. „Schon wieder!?“, fragen sich jetzt vielleicht manche: „Jawohl!“, schon wieder, weil es so unglaublich schön war! Es ist kein Muss, es ist ein Dürfen! Nicht wir laden den Herrn ein, sondern er lädt uns ein.
Der Abend wurde mit der Anbetung beendet, welche wieder wunderschön war. Einfach so persönlich, obwohl ca. dreißig-tausend Leute auf dem Platz waren, kam es einem vor, als sei Jesus nur für dich, für dich ganz alleine, da!!
Am Abend gingen wir (wieder) ins Tomato um den Geburtstag unserer Heimat auch noch würdig zu feiern. Dies taten wir vor allem mit dem Singen der Nationalhymne, welche uns Reto, auf Blättern geschrieben, mitbrachte. Wir sangen vier Strophen, nicht ganz ohne Fehler, aber wir sangen!! ;-)
Nach dem doch recht anstrengenden und ermüdenden Tag waren wir alle froh, endlich im weichen Bett friedlich einzuschlummern.
Montag 02.08.2010
Um 07.30Uhr begann der Tag mit dem Morgenlob, welches von dem Musikteam begleitet wurde. Es ist einfach schön, den Tag mit dem Herrn zu beginnen. Das sollte doch immer so sein?!
Um 08.00Uhr bekamen wir die morgendliche Stärkung in Form von Speis und Trank. Das Frühstück war super!
Um 09.00Uhr, nach einem kurzen Gebet, begannen dann die Vorträge auf dem großen Platz, die auch einen Grossteil des Jugendfestivals füllten.
Zuerst sprach der Salesianerpater, Don Damir Stonjic, über die Sünde. Jede Sünde verschmutzt/vergiftet den eigenen Leib und auch den großen Leib der katholischen Kirche. Also ist die Sünde im Grunde genommen keine private Angelegenheit!
In der Beichte will uns Jesus ganz und gar reinwaschen. Weiter sprach er über ein sehr heikles Thema, die Ehe. Man soll und muss den Ehepartner sehr innig und fest lieben, aber es gibt immer jemand, der dich mehr liebt und den du mehr lieben sollst, diese Person ist JESUS!!! ER ist kein Konkurrent für jemanden, denn ER selber hat ja gar keine Konkurrenz, niemand kann auch nur annähernd soviel geben wie ER! Er sprach auch über die Fruchtbarkeit und machte uns klar, dass sie keine Krankheit ist. Warum also nehmen wir/manche die Pille? Nimmt man Tabletten oder eben Pillen nicht nur dann, wenn man krank ist oder sich nicht gut fühlt? Don Damir schloss seinen Vortrag mit den Worten: „Gott hat jeden so erschaffen wie er/sie ist und er liebt Ihn/Sie so ganz fest!!“
Es folgten noch einige wunderschöne Vorträge, welche auf DVD aufgenommen wurden, also bestellen! ;-)
Um 12.00Uhr begann die Mittagspause. Um 12.30 Uhr bekamen wir in unserer Pension auch zu Essen und anschließend konnte man bis um 16.00Uhr machen was man will, z.B. schlafen oder etwas einkaufen gehen.
Um 16.00Uhr begannen wieder Vorträge. Als erster sprach Pater Ljubo über die Erscheinungen von Medugorje. Er machte uns klar, dass die Mutter Gottes, die Gospa, uns, respektive die Seher ruft und nicht wir Sie! Dies werde manchmal falsch interpretiert. Er sagte auch weiter, dass die Gospa geduldig ist und bleibt, wie halt eine liebe und liebende Mutter ist! Und die Botschaften die Sie den Sehern gibt, kommen alle aus ihrem Herzen und Sie sagt das nicht einfach so, weil Sie muss, sondern Sie meint es wirklich so!!
Als zweite sprach eine junge Frau zu mittlerweile ca. vierzig-tausend Jugendlichen. Ihr Name war Silvia und sie wurde 2004 mit 16 Jahren plötzlich zur Paraplegikerin und konnte ihre Füße nicht mehr bewegen. Zuerst konnte sie es nicht verstehen auf einmal im Rollstuhl zu sitzen, weil sie vorhin eine solche Lebefrau war. Auf einmal konnte sie nicht mehr tanzen, nicht mehr mit Kollegen rumhängen, denn ihr Leben hat sich vollkommen verändert. Mit der Zeit begriff sie, dass nur noch ein Wunder zur Heilung beitragen kann und ab dem Zeitpunkt ging sie nicht mehr wöchentlich, sondern Täglich zur Hl. Eucharistie und sie verstand immer mehr dass Geheimnis des Brotbrechens. Eine Ärztin, die sie betreute, lud sie einmal nach Medugorje ein.
Zuerst wusste Silvia gar nicht, was das für ein Ort ist, aber als sie sich genauer erkundigte, sagte sie zu. In Medugorje angelangt, gab es die Gelegenheit, dass sie bei einer Erscheinung auf dem Erscheinungsberg dabei sein konnte. Die Jungs von Cenacolo (Dorf, in dem ehemalige Drogenabhängige leben) trugen Silvia auf einer Barre den Erscheinungsberg hinauf. Als die Erscheinung begann, blendete Silvia ein sehr helles Licht. Sie konnte aber gar nicht wegschauen, es zog ihren Blick förmlich an.
Beim Hinabtragen stürzte sie von der Barre und prallte mit dem Rücken auf den harten Boden. Zuerst spürte sie einen großen Schmerz, aber dieser wurde mit der Freude überstrahlt, dass sie wieder gehen konnte. Zuerst wurde sie gestützt, aber allmählich bekamen ihre Beine mehr Sicherheit und Kraft. Am nächsten Tag konnte sie schon ganz alleine mit der Gruppe den Kreuzberg hinauflaufen. HALLELUJA!!!
Von dort an plagten Silvia jedoch epileptische Anfälle. Ein Jahr nach ihrer wundersamen Heilung wurde sie eingeladen, an Exerzitien von P. Ljubo Zeugnis von ihrer körperlichen Heilung zu geben. Dies Tat sie und am Schluss legte P. Ljubo ihr die Stola über und segnete sie. Von dort an war Silvia geheilt, vollkommen geheilt, HALLELUJA!!!
Den letzten Vortrag an diesem Tag hielt Pater Rene Luk. Er machte uns mit einigen Beispielen klar, dass die Kirche keine Waffen braucht, um zu siegen. Sobald die Kirche Waffen, respektive Gewalt anwendet, ist es nicht mehr die Absicht Jesu und somit auch nicht die Absicht der Römisch-Katholischen Kirche. Zum Schluss gab er uns noch einen kleinen Anstoß, er sagte; „Verändere die Kirche, aber kritisiere sie nicht!“ Und ich glaube solche Katholiken gibt es zu wenig, also los, es braucht genau dich!!!
Um 18.00Uhr ging’s wie gewohnt mit dem Rosenkranz weiter, bevor um 19.00Uhr wieder eine wunderschöne Hl. Eucharistiefeier begann. Die Messen dauerten ungefähr zwei Stunden, aber sie waren so kurzweilig, denn es wurde gesungen und getanzt.
Nach der anschließenden Anbetung kam Elisabeth, eine junge Österreicherin uns fragen, ob wir noch ein bisschen Lobpreis machen könnten, mit ihrer Gruppe zusammen. Und wie wir Schweizer/Walliser auch so sind, nahmen wir diese Einladung gerne an und wir begaben uns auf den Platz vor der Kirche. Wir tanzten, sangen und jubelten zusammen zur Ehre Gottes. Es war wieder ein so genialer Tag und wir begaben uns in unsere Zimmer, in denen wir schnell einschliefen.
Dienstag 03.08.2010
Der Tag begann wie ab jetzt immer, um 07.30Uhr mit dem Morgenlob und um 08.00Uhr war das Frühstück angesagt.
An diesem Tag waren sehr eindrückliche Vorträge zu hören. Zuerst sprach ein junges Ehepaar, welches erst seit zwei Monaten verheiratet ist. Sie sind ein geniales Beispiel, dass es in der heutigen Zeit noch immer junge Menschen gibt, die keusch in die Ehe wollen und gehen. Sie versuchten vorher rein zu Leben, dies nicht „nur“ auf sexueller, sondern auch auf persönlicher, gedanklicher und menschlicher Ebene. Sie haben uns alle überzeugt, dass Gott alles so wunderbar geschaffen hat, nur muss man bei einigen Dingen ein bisschen mehr Geduld haben. Sie verglichen die Sexualität mit dem Studieren. Man(n) kann nicht direkt an eine ETH studieren gehen, zuerst muss jeder die Grundschule, dann die Mittelschule und das Abitur absolvieren, bevor man an die ETH gehen kann.
Genau so muss man auch zuerst Liebe, Vertrauen und Zärtlichkeit erlernen, bevor die Sexualität in Frage kommt. Ansonsten kann das Überspringen mancher Schritte zu sehr schlimmen und tiefen Verletzungen führen. Zusammen beendeten sie ihren wunderbaren Vortrag mit den Worten; „Es gibt kein besseres Gefühl als das Gefühl, dass man von Gott bekommt!“ YES LORD!
Mark, der Religionslehrer ist, gab an diesem Tag auch ein sehr spezielles und mitreißendes Zeugnis von seinem eigenen Leben. Er war zwar schon von klein auf ein guter Katholik, aber als Jugendlicher erlebte er soviel, dass er vom katholischen Glauben abkam. Ende der 60er Jahre gab es in Irland eine heftige Auseinandersetzung zwischen den Katholiken und den Protestanten. Dazu kam, dass die Briten Irland einnehmen wollten. Das Haus von Mark und seiner Familie wurde niedergebrannt, sie verloren alles und blieben ohne jeden Schutz zurück. Dieser Hass steigerte sich so enorm, dass er in eine Spezialtruppe eintrat, welche beauftragt wurde, Briten, welche in ihr Land eindringen, zu töten. Diese sehr gefährliche Mission ging jedoch schief und Mark tötete einen Zivilisten. In der darauf folgenden Flucht wurde er geschnappt und zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt.
Im Gefängnis bekam er unerwartet Besuch von Pater John Paul Mary, der frühere Paddy Kelly von der Kelly Family. Er hielt den Gefangenen eine Messe, aber diese nutzten die Insassen um gegenseitig Sachen wie Zigarren usw. auszutauschen und niemand konzentrierte sich. Doch dieser Pater John Paul Mary kam immer wieder und mit der Zeit interessierte sich Mark für ihn und an all dem, was er erzählte. Durch John Paul Mary fand Mark im Gefängnis wieder zum Glauben zurück. Er kam auch mehrmals nach Medugorje um hier den wahren Frieden zu finden.
Eines Tages begegnete er neben der Kirche einem Mann, den ihn ansprach. Es war ein Brite, der ihn noch vom Kampf her kannte und sie haben einander in Liebe verzogen und Frieden geschlossen. Jetzt ist er Religionslehrer an einer Schule, welche neben einem Gefängnis steht, in dem er 2 Jahr gesessen hat. HALLELUJA!
Zum Schluss gab uns Mark noch sein tägliches Morgengebet mit: „Herr ich beginne heute neu!“ Ist es nicht schön, dass man jeden Tag neu beginnen kann?!
Um 18.00Uhr war wieder Rosenkranz und um 19.00Uhr Heilige Messe. Nach der Messe hatten wir Schweizer/Walliser das Privileg, die Muttergottes in der Prozession zu tragen. Es war schon sehr speziell, die Prozession anzuführen und zu wissen, dass über 60’000 Jugendliche uns folgten. Den Rest der Schweizer Gruppe führten Walti und seine Helfer mit der Fahne direkt nach den Länderfahnen an. Nadine machte während 90 Minuten super Lobpreis und so war die Prozession für alle sehr kurzweilig. Nach einer ca. 90 minütigen Prozession konnten wir bei der Anbetung auch noch ganz vorne beim Allerheiligsten verweilen, ca. 5 Meter von Jesus entfernt. Es war einfach super genial!! Und sehr ergreifend. THANK YOU LORD!!
Der geniale Abend wurde mit einem Riesenworship vor der Kirche beendet. Nadine spielte Gitarre, Michel und Christoph Bongo und ab ging’s... Es waren mega viele Leute im Kreis versammelt und wir sangen, tanzten und jubelten bis um 01.00Uhr.
Anschließend gingen wir noch zusammen etwas trinken und ab ins Bett, dass uns auch schon länger nicht mehr gesehen hatte. ;-)
Mittwoch 04.08.2010
Cenacolo war das Oberthema dieses Tages. Als erste sprach natürlich die Gründerin, Sr. Elvira zu uns Jugendlichen. Sie betonte besonders die Wichtigkeit des Lachens! „Lacht, dass brauchen alle Menschen und es gibt schon genug Traurige!“ Diese Botschaft prägte sich tief bei mir ein und ich denke, es ist wirklich so, die Katholiken erkennt man auch an ihrem LACHEN!J
Anschließend sprach Don Massimo Rimati und dieser nahm das Thema Hingabe unter die Lupe. Jesus, unser Herr braucht nicht unser Geld, er braucht auch nicht unseren Besitz, nein er braucht und will uns, uns als Person, Mensch, Mann oder Frau!
Die darauf folgenden Vorträge waren auch super und die Boys und Girls von Cenacolo überwältigten uns zwischendurch immer wieder mit ihren so wunderschönen Liedern und den passenden Tänzen. Der ganze Platz bewegte sich, wenn diese so aufgestellten jungen Menschen uns vortanzten und den Herrn lobten!
Während der Pause über Mittag ruhten wir uns ein wenig aus und manche gingen etwas einkaufen, Bücher, CD’s oder T-Shirts, was man halt eben gerade mochte.
Die Vorträge am Nachmittag wurden von der immer heißer werdenden Sonne begleitet. Das Trinken wurde fast wichtiger als das Atmen und das erfrischende Bewegen/Tanzen angenehmer als das Sitzen. Aber genau die Hitze gehört einfach zu Medugorje, auch wenn sie manchmal wirklich unerträglich wird.
Das Zuhören wurde mit der Zeit problematisch und man war doch froh, wenn die heilige Messe begann, den genau um die Zeit geht in Medugorje die Sonne unter und es wird angenehmer.
Nach dem Rosenkranz, der Hl. Messe und einer kurzen Anbetung am Abend, folgte die Aufführung des Schauspiels, welches auch von der Gemeinschaft Cenacolo sehr professionell einstudiert wurde. Es wurde die ganze Geschichte der Menschheit aufgeführt, von Adam und Eva bis zum Tod am Kreuz durch unseren Erlöser Jesus Christus! Dieses Schauspiel war so wunderschön und wurde mit dem passenden Namen; Credo (itl. Glaube) bezeichnet.
Zwei junge Frauen kamen am Anfang des Schauspiels mit acht Pizzas tragend über den Platz gelaufen, welcher mit Menschen gefüllt war. Als sie näher kamen, erkannten wir sie und es war unser Z’nacht, Jupiee! Mirjam und Ariana holten für die hungrigen Walliser Pizzas und drängten sich tapfer wieder nach vorne zu den „Kunden“ (Namen der Redaktion bekannt!)Einer soll aber Giacomo geheissen haben;-)
Das Spektakel hielt seinen Erwartungen stand und wurde wirklich sehr spektakulär, auch wenn man nicht alles sah und verstand. Denn es wollten ca. sechzig tausend Menschen zusehen. Als die Auferstehung auf der Bühne gespielt wurde, standen alle Zuschauer auch auf und es wurde noch ein schönes Lied gesungen und zusammen mit Pater Danko beteten wir zum Schluss das Vater Unser.
Sechs Jugendliche waren eine Stunden später vor der Pension Franka bereit für einen Marsch. Für einen Marsch? Wo wollen die denn hin? Am Viertel vor Zwölf in der Nacht? Es waren sechs abenteuerlustige Freunde, welche am Mittagstisch spontan abgemacht hatten auf den Kreuzberg schlafen zu gehen. Da am nächsten Morgen sowieso die ganzen Schweizer auf den Kreuzberg laufen, war dieser Abend ideal. Am Anfang wollten acht Personen gehen, aber ein blöder aber zum Glück nicht so tragischer Zwischenfall verhinderte das Mitkommen zweier Personen. In Gedanken und im Herzen nahmen wir sie jedoch mit. Auf dem Kreuzberg angekommen, waren wir nicht schlecht erstaunt, als wir auf die Uhren schauten und diese „erst“ 00.15Uhr zeigte. In 30 Minuten waren wir also von der Pension auf den Kreuzberg gestiegen. Also viel gebetet haben wir nicht, dass muss man schon zugeben, aber als wir unsere Schlafplätze eingerichtet hatten, hielten wir noch Lobpreis. Die Bibel wurde zur Hand genommen und es wurde noch ein wenig gequatscht, bevor wir dann doch müde wurden und uns hinlegten. Zuerst war’s nicht so bequem, aber die Müdigkeit überwältigte uns und wir schliefen dann doch alle glücklich ein. Beim Liegen sahen wir noch einige Sternschnuppen über den Himmel fliegen. Was haben sich wohl diese Mädchen und Burschen dort oben auf dem Kreuzberg mitten in der Nacht gewünscht? Sicher, dass sie baldmöglichst einschlafen und den harten Boden nicht mehr so spüren werden!J
Donnerstag 05.08.2010
Ein Wecker nach dem anderen läutet und kurz darauf ist es 03.30Uhr. Viele Menschen sind bereit für den Marsch auf den Kreuzberg. Dieses Jahr ist der Weg noch ein paar hundert Meter weiter. Viele dachten sicher, wieso müssen wir so früh starten um auf diesen „Hügel“ zu gehen? Doch diese Frage wird kurz darauf beantwortet, als man die Schar von Menschen (Italiener) gesehen hat, welche auch alle dieses eine Ziel verfolgten. Pfr. Edi Arnold hatte die Führung und führte sein Programm in seiner gewohnten Ruhe durch.
Die sechs jungen Leute auf dem Kreuzberg, welche um 05.00Uhr geweckt worden sind, wissen nichts Besseres zu tun, als zu motzen. Sie sollten sich freuen, dass sie 1.5 Stunden länger schlafen konnten. Doch spätestens beim Bestaunen vom wunderschönen Sonnenaufgang hatte jeder gemerkt, dass es sich gelohnt hat. Mit der Zeit wurden wir langsam ungeduldig, den die anderen sind vor über 2.5 Stunden gestartet und immer noch nicht auf dem Berg angekommen. Kurz darauf erblickten wir einen Mann mit Fotoapparat. Wer kann das anders sein als unser Willy?!
Doch war nichts von langer Verweildauer auf dem Kreuzberg mit so vielen Menschen.
Und schon begann der Abstieg. Er war nicht mehr ganz so anstrengend, doch ohne eine gewisse Anstrengung war auch dieser Abstieg nicht zu bewältigen. Nach so wenig Schlaf gingen die Beine fast von alleine und man musste achten, dass man nicht über die Steine fällt.
Als wir alle, doch einigermassen erschöpft, bei unserer Pension angekommen waren war dort bereits das Morgenlob gestartet. Pater Leonhard, ein Franziskanerpater, leitete dieses Morgenlob. Jeder raffte sich noch einmal auf, und so lobten und priesen wir unseren Herrn.
Am selben Tag wie Maria Geburtstag hat, feierten wir den Geburtstag von Cornelia Pollinger. Da durfte das obligate Happy- Birthday-Ständchen natürlich nicht fehlen.
Endlich gab’s dann das Frühstück, denn nach diesem Kräfteverschleiss meldeten sich so langsam aber sicher unsere knurrenden Mägen.
Nach dem Frühstück hieß es für die sechs „Kreuzbergschlafer“ nur noch Duschen und ab ins Bett. Es ist nicht ganz korrekt, in der Nacht aktiv zu sein und anschließend am Tag die Vorträge zu verschlafen. Doch aufbleiben und nichts vom Programm und anschließend vom restlichen Abend mitzubekommen hat sicher auch keinen Sinn. Bis zum Mittagessen hatten wir uns dann ein wenig erholt. Am Nachmittag bis zum Programm stand noch Souvenirs einkaufen und letzte Postkarten schreiben auf dem Programm. Wie jedes Jahr wurde diese Angelegenheit bis auf den letzten Moment aufgeschoben.
Die Vorträge verpassten wir aber nicht. Danach waren wir wieder auf dem Platz und ließen uns von der Sonne braten. Als eine Mutter aus Südkorea über ihre Tochter zu sprechen begann, hörte so mancher zu, ja ziemlich alle auf dem riesigen Platz. Die Mutter hatte während der Schwangerschaft Medikamente eingenommen und deshalb konnten die Ärzte schon früh sagen, dass das Kind behindert zur Welt kommen wird. Viele haben ihr zur Abtreibung geraten, doch sie stand zu ihrem Kind. Ihre Tochter kam dann mit nur zwei Fingern an der linken und drei Fingern an der rechten Hand zur Welt. Doch die Mutter glaubte an ihr Kind und sie wollte es nicht weggeben. Sie sagte: „Jeder Mensch hat eine Gabe von Gott erhalten!“ Später lernte das Mädchen Klavier spielen. Bis zu zehn Stunden pro Tag übte es. Als dieses Mädchen, jetzt eine junge Frau von 25 Jahren, knapp ein Meter groß, anfing Klavier zu spielen, stockte jedem der Atem. Bis am Schluss alle aufstanden und zujubelten. Anschließend bezauberte sie die Menschen mit ihrer schönen Stimme, indem sie das Ave Maria sang.
Dieses Zeugnis öffnete so manchem die Augen und das Herz. Dass es sich lohnt, im Menschen das Gute zu sehen, denn jeder ist von Gott geliebt.
Die Heilige Messe war wie an jedem Abend beeindruckend. Diese Stimmung und doch eine Ruhe und der Frieden im eigenen Herz. Am letzten Abend vom Jugendfestival folgen immer noch diverse Lieder und es entsteht eine „Riesen-Party“, denn jeder ist so erfüllt vom Heiligen Geist.
Der Abend ging für jeden anders zu Ende, manch einer ging ins Bett, andere gingen noch etwas essen, machten anschließend Party, sangen und tanzten. Andere nahmen es gemütlich und gingen noch Kerzen anzünden und zum Auferstandenen Jesus. Die Zeit verging schnell, manche gingen noch für einige Stunden ins Bett und andere machten nur schnell einen Sekundenschlaf auf dem Stuhl.
Freitag 06.08.2010
Tag der Abreise. Für viele begann der Tag früh, die letzten Sachen wurden in die Koffer verstaut und die Zimmer ein wenig geputzt. Anschließend feierten wir um 07.30Uhr die Heilige Messe in der Franziskanerkappelle. Jeder tankte noch einmal seinen Tank voll, denn die eigentliche Wallfahrt fing ja erst jetzt richtig an. So erfüllt vom heiligen Geist ist es unsere Aufgabe, den Menschen zu Hause von unseren Erlebnissen zu berichten und das gehörte von den Vorträgen umzusetzen. Der Heilige Geist möge uns helfen. Nach der Messe begaben wir vor die Kirche zur Gospa, jeder konnte sich noch persönlich von der Gottesmutter verabschieden. So mancher sagte der Gospa nicht „Tschau“ sondern „Bis bald!“
Das Gruppenfoto vor der Kirche durfte natürlich auch nicht fehlen. Im Hintergrund verdunkelte sich der Himmel und es ertönten Donnergeräusche: Doch die Fotos wurden trotzdem in aller Ruhe geknipst. Anschließend galt es jedoch auf dem schnellstem Weg in die Pension zu spurten, denn es regnete wie aus Kübeln. Manche wagten trotzdem den Spurt und wurden ordentlich geduscht, andere suchten sich ein trockenes Plätzchen für den Moment.
Nach dem Frühstück und der Verabschiedung bei den lieben Gastgebern der Pension Franka, stiegen wir in den Bus und verliessen Medugorje. Im Bus folgte wahrscheinlich der Reisesegen und Gebet, doch ich weiß von nichts mehr. Die Busfahrt verging so schnell, weil ich so viel geschlafen habe.
Am Nachmittag zeigt uns Pfr. Rainer noch den Film, „Das ultimative Geschenk“ den wir auf der Hinreise angefangen haben. Endlich, nach einer Woche Unterbruch, wussten wir wie er endet.
In Lipica angekommen, gabs’s das Nachtessen. Was darf am Freitag nicht fehlen? Ja klar, die Gebetsgruppe! So hielten wir Lobpreis, hörten das Wort aus der Heiligen Schrift und empfingen erneut den Heiligen Geist.
Mit neuem Feuer legten wir uns dann ins Bett.
Samstag 07.08.2010
Um 06.00Uhr waren bereits alle wieder kräftig am Frühstück essen. Nach dem Frühstück liefen wir zur Grotte und feierten dort die Heilige Messe.
Jetzt traten wir endgültig die Heimreise an, im Car entstanden wieder wundervolle Gespräche, wir sangen zusammen Lieder und hörten Zeugnisse.
Mit jeder Minute Fahrt, kamen wir unserer Heimat ein gutes Stück näher. Auf einer Seite erfreut, auf der anderen auch ein wenig traurig, dass die schöne Zeit schon wieder zu Ende ist.
Nach dem Mittagessen, auf einer Raststätte in Italien, begann das Verabschieden.
Der letzte Halt für eine kurze WC Pause auf dem Simplon ermöglichte uns bereits wieder den Blick auf die schönen Berge. Die Reise neigte sich dem Ende zu, und allen wurde ordentlich gedankt. So möchte ich auch noch allen danken, die organisiert haben, die uns mit der Musik begleitet haben und die vorgesungen oder vorgebetet haben. Einfach allen, denn jeder Einzelne braucht Gott um seinen Plan zu verwirklichen. Danke den Buschauffeuren, ihr habt das super gemacht! Und nicht vergessen, die eigentliche Wallfahrt beginnt jetzt, tragt das Feuer, die Liebe und den Friede in eurem Herzen weiter!
Autoren: Patricia Pfaffen, Michel Venetz und Christoph Abgottspon

