Erneut grosser Segen für die Walliser in Medjugorje
Von Reto Widmer, Zukunft CH
MEDJUGORJE (BiH). Auch dieses Jahr reisten ca. 50‘000 Jugendliche und Junggebliebene aus der ganzen Welt ins südwestbosnische Medjugorje, um dort am 21. Jugendfestival teilzunehmen. Gegen 200 Personen aus der ganzen Schweiz, davon allein XXX aus dem Oberwallis, feierten in der ersten Augustwoche den Katholischen Glauben und die seit 1981 dort stattfindenden Erscheinungen der Gottesmutter Maria.
Allein schon die Lage Medjugorje’s ist speziell: Das Dorf liegt im einzigen Gebiet des Staates Bosnien-Herzegowina, welches von Zugehörigen des kroatischen Volks und somit überwiegend von Christen bewohnt wird. Wie schon im portugiesischen Fatima hat sich die „Gospa“, wie Maria lokal genannt wird, einen landwirtschaftlich äusserst kargen, abgelegenen und genau an der Grenze Christentum-Islam liegenden Ort für ihre Erscheinungen und Botschaften ausgesucht. An Fatima erinnern auch die Umstände der Erscheinungen: Sechs inzwischen erwachsenen Hirtenkindern, welche am 24. Juni 1981 gegen 18 Uhr ihre Schafe auf einer sehr unzugänglichen, verkarsteten Anhöhe im Süden von Medjugorje weideten, ist die Gospa erstmals erschienen, um die Welt „ein letztes Mal aufzurufen, umzukehren“ und den Weg ihres Sohnes Jesus einzuschlagen und damit das ewige Leben zu erlangen. Wenig östlich des Ortes stehen Warnschilder, welche auf die nach wie vor verminten Böden aus dem serbisch-kroatischen Krieg der 1990er-Jahre hinweisen und nur 15 Autominuten entfernt stehen die Ruinen der zerbombten und zerschossenen Stadt Mostar, die auch heute noch ein erschütterndes Zeugnis abgibt, wozu der Mensch fähig ist, wenn er sich von der Liebe lossagt.
Medjugorje, wo während des gesamten Krieges kein einziger Schuss gefallen ist, hat sich in den vergangenen 25 Jahren vom ärmsten, zerfallenen Bauernweiler ohne jegliche Strom- und Wasserinfrastruktur zu einer der heute meistbesuchten Gebetsstätten der Welt mit westlichem Standard entwickelt. Der Begriff „Wallfahrtsort“ trifft für Medjugorje genau genommen (noch) nicht zu, da dieser „grösste Beichtstuhl der Welt“ von der Kirche noch nicht als Wallfahrtsort anerkannt ist. Die Erscheinungen Mariens sind bis heute nicht abgeschlossen und lassen deshalb noch keine wissenschaftliche Untersuchung, welche die Echtheit bestätigen könnten, zu. Tatsache ist jedoch, dass an diesem mystischen Ort seit 1981 abertausende von Spontanbekehrungen, von seelischen und körperlichen Heilungen und anderen aussergewöhnlichen Ereignissen stattgefunden haben, so z.B. der extreme Lebenswandel von Schauspieler Jim Caviezel, der im Film „The Passion of Jesus Christ“ mehrfach ausgezeichnet die Hauptrolle des gekreuzigten Jesus gespielt hat.
Es war auch dieses Jahr ein unvergleichliches Glaubensfest an einem Ort, an dem man förmlich spürt, wie der Himmel darüber offen ist. Die Oberwalliser Schar, welche regelmässig etwa die Hälfte aller Schweizer Jugendfestbesucher ausmacht, ist per Flugzeug oder per Car mit dem Briger Veranstalter Adelbert Imboden angereist. Das Tagesprogramm gestaltete sich auch diesmal vielfältig: Der Morgen und der spätere Nachmittag steht jeweils unter dem Motto „Lobpreis und Zeugnisse“, wo man die Erlebnisse, welche berühmte Personen in Medjugorje gemacht haben (u.a. auch die Seher), aus ihrem eigenen Mund live geschildert bekommt. Diese reisen extra für das Festival an. Das Morgen- und Mittagessen kriegen die Pilger jeweils in der familiären Wohnpension serviert, was die Möglichkeit zum Austausch und zum Kennenlernen Gleichgesinnter gibt. Shopping, Kaffee, Glaceessen und vielleicht sogar ein Jässchen gehören für die meisten genauso zum Savoir-vivre am früheren Nachmittag wie auch eine Siesta während der grössten Hitzezeit.
Alternativangebote wie ein Ausflug zum Baden am Meer oder bei nahegelegenen Wasserfällen stehen normalerweise jedes Jahr zur Wahl. Sogar der monatlichen Erscheinung der Gospa, welche der Seherin Myriana bis heute zuteil wird, kann jeweils am zweiten August beigewohnt werden, wobei es ganz im jesuanischen Sinne Myriana vorbehalten ist, die Gottesmutter live zu sehen. „Selig sind die, welche nicht sehen und trotzdem glauben“ gilt auch in Medjugorje. Wer während dem Festival Stille, Besinnung und Einkehr sucht, findet diese rund um die Uhr auf dem Kreuzberg bei einmaliger Aussicht, auf dem Erscheinungsberg, in der klimatisierten Kirche oder in der Natur der bäuerlichen Umgebung. Gelegenheit zur Anbetung des Allerheiligsten, zu einem Beichtgespräch oder zum persönlichen Gebet bietet sich genügend.
Den täglichen Höhepunkt bildet das Abendprogramm auf dem grossen Platz hinter der Kirche, wo sich die 50‘000 Gläubigen zusammen mit über 500 Priestern aus der ganzen Welt zu Rosenkranzgebeten und der Heiligen Messe versammeln. Die Atmosphäre unter den wehenden Fahnen aus heuer 86 Nationen während der wunderbaren Liturgie und den ergreifenden Medjugorje-Gesängen bei untergehender feuerroter Sonne und der realen Anwesenheit des Herrn in Gestalt von Brot und Wein gehört für gläubige Katholiken wohl zum Schönsten, was sie auf dieser Erde erleben können. Den Tag ausklingen lassen die meisten in einem der gemütlichen Beizlein bei guten Gesprächen, gemütlichem Beisammensein, einer kulinarischen Freude und einem Bier.
Das Einzigartige dieses Jugendfestivals in Medjugorje ist, dass dort alle am gleichen Strick ziehen: Praktisch keine Kriminalität, gegenseitiger Respekt, unbeschwerte Lebensfreude, ein absolut sauberer, geordneter Kommunionempfang in der riesigen Menschenmasse, viel Demut und Selbstlosigkeit, grosse Gottes- und Heiligenliebe sowie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen geistig-seelischen und weltlichen Freuden prägen das wohltuende und enorm stärkende Klima dieser Stätte. Wer – durch viele Schweizer Medien beeinflusst - meint, die Katholische Kirche sei etwas Antiquiertes, Negatives, Lieb- und Lebloses, wird in Medjugorje definitiv eines Besseren belehrt. Leider sind es eher die seelischen und gesellschaftlichen Zustände hierzulande, auf welche letztgenannte Attribute zutreffen. Die Kirche hingegen lebt, vor allem in der Jugend. Ganz speziell in Medjugorje.
Kasteninhalt:
Reto Widmer und Zukunft CH
Reto Widmer, der das Jugendfestival Medjugorje zum sechsten Mal in Folge besuchte, ist Naturwissenschaftler und arbeitet seit 2009 als Redaktor beim Verein „Zukunft CH“. Der Verein mit Sitz in Binz ZH setzt sich auf überkonfessioneller christlicher Basis für zukunftstragende Werte und eine Aufwertung der Familie ein. Zukunft CH informiert ausserdem mit dem Magazin „Zukunft CH“, dem „Zukunft CH Infodienst“ und Fachbroschüren über aktuelle und zukunftsrelevante Themen. Mehr unter www.zukunft-ch.ch.